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Oberliga Rheinland-Pfalz/Saar

TuS Koblenz schafft gemeinsame Linie für den Nachwuchs

Die TuS Koblenz stellt ihre Nachwuchsarbeit auf ein gemeinsames sportliches Fundament. Von den jüngsten Mannschaften bis zur U19 sollen künftig dieselben Grundsätze gelten. Ziel ist eine erkennbare Spielidee, die nicht mit jedem Trainer oder Jahrgangswechsel wieder bei null beginnt.

Die Leitlinien sind bewusst klar gehalten: Die Koblenzer Talente sollen offensiv denken, mutig auftreten und trotzdem als Mannschaft organisiert bleiben. Damit gibt die TuS ihren Jugendtrainern einen Rahmen vor, ohne jedes Team in ein starres taktisches Korsett zu zwängen.

Für die praktische Umsetzung nutzt die Schängelschmiede die Trainings- und Lernplattform „Advance Football“. Übungen, Ausbildungsziele und altersgerechte Inhalte können dort zentral bereitgestellt werden. Zusätzlich erhalten die Trainer eine Mappe, in der die vereinbarten Grundsätze zusammengefasst sind. Joscha Balle von Advance Football stellte das Konzept im Rahmen eines Workshops vor.

Für die TuS ist das angesichts der Größe ihrer Nachwuchsabteilung eine anspruchsvolle Aufgabe. In der Saison 2026/27 nehmen zehn Mannschaften von der U9 bis zur U19 am Spielbetrieb beziehungsweise an Leistungsvergleichen teil. Die U19, U17 und U15 treten jeweils in der Regionalliga Südwest an. Weitere Teams spielen unter anderem in der Rheinland- und Bezirksliga.

Eine gemeinsame Philosophie soll vor allem die Übergänge zwischen den Altersklassen erleichtern. Wechselt ein Spieler beispielsweise von der U15 in die U17, trifft er künftig nicht auf eine völlig neue Fußballwelt. Begriffe, Verhaltensweisen und grundsätzliche Abläufe sollen bereits bekannt sein. Die Trainer können dadurch stärker an Details arbeiten, statt zentrale Inhalte jedes Jahr neu aufzubauen.

Wie wichtig ein funktionierender Übergang in den Seniorenbereich ist, zeigt das Beispiel Maximilian Buchheit. Der Mittelfeldspieler durchlief sämtliche Nachwuchsmannschaften der TuS und wurde bereits als 17-Jähriger fest in den Oberligakader aufgenommen. Für den Verein war seine Beförderung ausdrücklich auch ein Signal an die übrigen Talente der Schängelschmiede: Gute Leistungen im Nachwuchs sollen den Weg zur ersten Mannschaft öffnen.

Die neue Ausrichtung setzt damit eine Entwicklung fort, die schon länger verfolgt wird. Im Leistungsbereich baut die TuS weitgehend auf vertraute Trainerteams. Zusätzlich übernimmt Techniktrainer Mike Welzel Aufgaben bei der individuellen Förderung. Die sportliche Leitung ist nach Altersbereichen aufgeteilt, wodurch sowohl der Leistungs- als auch der Grundlagenbereich gezielter betreut werden können.

Finanziell unterstützt wird das Projekt von der PSD Bank Koblenz und der TuS Koblenz-Stiftung. Letztere hat sich unter anderem die qualifizierte Ausbildung talentierter Kinder und Jugendlicher aus der Region sowie deren Heranführung an die erste Mannschaft zum Ziel gesetzt.

Mit dem neuen Leitfaden schafft die TuS noch keinen kurzfristigen Erfolg. Sie schafft aber eine wichtige Voraussetzung dafür, dass aus zehn einzelnen Mannschaften tatsächlich eine gemeinsame Nachwuchsabteilung wird. Ob der Plan trägt, wird sich nicht an einem Tabellenplatz zeigen, sondern daran, wie viele Talente in den kommenden Jahren den Weg bis auf den Oberwerth schaffen.