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Regionalliga Südwest

Pokal als Chance: Ulm reist unter Druck nach Balingen

Für den SSV Ulm 1846 geht es im WFV-Pokal nicht nur um den Einzug ins Viertelfinale. Nach einem turbulenten Wochenende und dem anhaltenden Fehlstart in der Regionalliga soll die Partie bei der TSG Balingen vor allem eines bringen: ein dringend benötigtes Erfolgserlebnis.

Angepfiffen wird das Achtelfinale am Mittwoch, 30. September, um 18 Uhr in der Bizerba-Arena. Auf dem Papier gehen die Ulmer als Regionalligist favorisiert in die Begegnung. Die aktuelle Form spricht allerdings nicht unbedingt für die Spatzen.

Timo Wenzel übernimmt in schwieriger Lage

Erstmals wird Interimstrainer Timo Wenzel die Mannschaft betreuen. Der bisherige U19-Coach übernahm nach der Trennung von Cheftrainer Daniel Jungwirth, Co-Trainer Martin Minks und Sportdirektor Murat Isik. Der Verein hatte am Sonntag auf die sportliche Talfahrt reagiert.

Nach neun Spieltagen steht der SSV mit lediglich vier Punkten am Tabellenende der Regionalliga Südwest. Noch immer wartet Ulm auf den ersten Saisonsieg. Den vorläufigen Tiefpunkt markierte am vergangenen Samstag die 0:1-Heimniederlage gegen Eintracht Trier. Die anschließenden Personalentscheidungen sollen nun eine Trendwende einleiten.

Wenzel möchte seine Aufgabe zunächst bewusst auf das Pokalspiel begrenzen. Statt großer Ankündigungen stehen klare Vorgaben und neue Energie im Mittelpunkt. „Das Ziel ist es, weiterzukommen“, erklärte der Interimstrainer vor der Partie. Dafür müsse seine Mannschaft positiv auftreten und sich auch über gewonnene Zweikämpfe neues Selbstvertrauen holen.

Balingen kommt mit breiter Brust

Ein Selbstläufer wird die Begegnung für den SSV nicht. Die TSG Balingen erwischte zwar ebenfalls keinen guten Saisonstart, hat sich inzwischen aber stabilisiert. Nach drei Niederlagen zum Auftakt blieb der Oberligist zuletzt sechs Partien in Folge ungeschlagen.

Am vergangenen Wochenende erreichte Balingen ein 1:1 gegen Tabellenführer SV Oberachern. Die TSG führte lange und musste den Ausgleich erst in der vierten Minute der Nachspielzeit hinnehmen. Im WFV-Pokal setzte sich die Mannschaft zuvor gegen die beiden Landesligisten TSV Riedlingen und SSV Ehingen-Süd durch.

Auch der Heimvorteil könnte eine Rolle spielen. Balingens Christian Derflinger sieht die Chancen bei „50:50“. Ulm verfüge zwar über den stärkeren Kader, die TSG bringe dafür die bessere Form mit.

Wiedersehen mit alten Bekannten

Für Halim Eroğlu und Šimun Birkić wird die Reise zu einer Rückkehr an ihre frühere Wirkungsstätte. Beide wechselten im Sommer von Balingen nach Ulm. Fehlen wird dagegen weiterhin Kim Bayer, der wegen einer Fußverletzung nicht zur Verfügung steht. Hinter einigen zuletzt erkrankten Spielern steht noch ein Fragezeichen.

Die Vereine kennen sich auch aus früheren Pokalduellen. In den Endspielen 2020 und 2021 behielten die Ulmer jeweils mit 3:0 die Oberhand. Der SSV ist mit zwölf Titeln Rekordsieger des württembergischen Verbandspokals. Das bislang letzte Aufeinandertreffen gewann allerdings Balingen: Im April 2023 setzte sich die TSG in der Regionalliga mit 2:1 durch.

Für die Ulmer ist die Pokalpartie deshalb weit mehr als eine Pflichtaufgabe gegen einen unterklassigen Gegner. Ein Sieg würde den Einzug ins Viertelfinale bedeuten und könnte zugleich den ersten kleinen Schritt aus der Krise darstellen. Eine Niederlage dürfte die ohnehin angespannte Stimmung rund um den Verein dagegen weiter verschärfen.