Ein passendes Fußballangebot für Menschen mit Behinderung zu finden, war bislang häufig mit aufwendiger Recherche verbunden. Die DFB-Stiftung Sepp Herberger will das ändern und hat mit der „Handicap-Börse“ eine zentrale digitale Anlaufstelle geschaffen.
Das Herzstück der neuen Plattform ist eine interaktive Deutschlandkarte. Über die Eingabe einer Postleitzahl können Interessierte gezielt nach Vereinen und Trainingsangeboten in ihrer Umgebung suchen. Dabei lässt sich die Auswahl unter anderem nach Altersklassen, Regionen und unterschiedlichen Formen des Handicap-Fußballs eingrenzen.
Berücksichtigt werden Angebote aus dem Blinden-, Gehörlosen– und Amputiertenfußball. Hinzu kommen Mannschaften für Menschen mit Cerebralparese sowie inklusive Teams, Werkstattmannschaften, Rollstuhl- und Sitzfußballangebote. Damit richtet sich die Plattform nicht nur an Spielerinnen und Spieler, sondern auch an Eltern, Lehrkräfte, soziale Einrichtungen und Werkstätten.
Grundlage der Karte sind die Angaben der Vereine im DFBnet. Klubs, die bereits ein inklusives Training anbieten, aber noch nicht in der Handicap-Börse auftauchen, können ihre Daten dort ergänzen. Auf diese Weise soll die Übersicht weiter wachsen und möglichst aktuell gehalten werden.
Auch für Vereine im Fußballverband Rheinland bietet die Plattform eine zusätzliche Möglichkeit, ihre Arbeit sichtbar zu machen. In der Region bestehen bereits zahlreiche inklusive Angebote. Seit dem Sommer 2024 gibt es beispielsweise die Westenergie Inklusionsliga, in der Menschen mit und ohne Behinderung gemeinsam Fußball spielen. Zum Abschluss der ersten Spielzeit traten elf Mannschaften aus dem gesamten Verbandsgebiet an.
Zu den engagierten Vereinen gehört die SG 2000 Mülheim-Kärlich. Dort werden seit 2023 regelmäßig inklusive Trainingseinheiten angeboten. Für diesen Einsatz erhielt der Verein im Juli 2026 eine Sepp-Herberger-Urkunde. Solche Beispiele zeigen, dass es vielerorts bereits passende Mannschaften gibt, sie von außen aber nicht immer leicht zu finden sind.
Genau an diesem Punkt setzt die neue Börse an. Sie soll Interessierte schneller mit den richtigen Ansprechpartnern zusammenbringen und damit eine der ersten Hürden auf dem Weg in den Verein beseitigen. Ergänzend stehen weiterhin die Inklusionsbeauftragten der Landesverbände für Fragen und Unterstützung zur Verfügung.
Die digitale Karte allein schafft zwar noch keine neuen Mannschaften. Sie kann aber dafür sorgen, dass vorhandene Angebote besser genutzt werden und engagierte Vereine mehr Aufmerksamkeit erhalten. Entscheidend wird deshalb sein, dass die Klubs ihre Angaben im DFBnet regelmäßig prüfen und ergänzen.
Die Handicap-Börse ist unter handicapboerse.dfb-stiftungen.de erreichbar.
