Flutlicht, zwei Traditionsvereine und ein direktes Duell um die Tabellenspitze: Wenn Kickers Offenbach am Freitagabend bei den Stuttgarter Kickers antritt, steigt das absolute Topspiel des zehnten Spieltags in der Regionalliga Südwest. Der Anpfiff im GAZi-Stadion auf der Waldau erfolgt um 19 Uhr.
Die Tabelle liefert das stärkste Argument für die besondere Bedeutung der Partie. Offenbach reist als Zweiter mit 19 Punkten nach Stuttgart. Die Gastgeber folgen mit nur zwei Zählern Rückstand auf Rang drei. Spitzenreiter SGV Heilbronn-Freiberg weist ebenfalls 19 Punkte auf, liegt aufgrund der besseren Tordifferenz aber vor dem OFC.
Damit ist die Ausgangslage klar: Offenbach kann mit einem Auswärtssieg im Aufstiegsrennen vorlegen und zumindest vorübergehend an die Spitze springen. Stuttgart würde den OFC mit einem Heimerfolg überholen und ebenfalls die Tabellenführung übernehmen, zumindest bis Freiberg wieder im Einsatz ist.
OFC will die Antwort auf die Aalen-Pleite geben
Für Kickers Offenbach endete der vergangene Spieltag mit einer herben Enttäuschung. Vor mehr als 8.000 Zuschauern am Bieberer Berg unterlag die Mannschaft dem VfR Aalen mit 1:3. Es war nach zuvor sechs Siegen, einem Unentschieden und nur einer Niederlage erst der zweite Rückschlag dieser Saison.
Das Ergebnis änderte allerdings nichts daran, dass der OFC bislang zu den stärksten Mannschaften der Liga gehört. 20 Treffer in neun Partien und die Ausbeute von 19 Punkten unterstreichen die Ambitionen der Hessen. Besonders auswärts wusste Offenbach bereits zu überzeugen. Beim SSV Ulm gewann der OFC mit 2:0, bei Eintracht Trier gelang zuletzt ein wichtiger 3:1-Erfolg.
Auf der Waldau wird nun eine Reaktion erwartet. Eine weitere Niederlage könnte das dicht gestaffelte Spitzenfeld noch enger zusammenschieben. Ein Sieg dagegen wäre eine deutliche Antwort auf den misslungenen Auftritt gegen Aalen.
Stuttgart seit drei Ligaspielen ungeschlagen
Die Stuttgarter Kickers gehen mit der besseren aktuellen Serie in das Gipfeltreffen. Nach den Niederlagen gegen Mainz 05 II und Astoria Walldorf stabilisierte sich die Mannschaft von Trainer Holger Bachthaler wieder.
Auf einen 2:1-Heimsieg gegen die SG Barockstadt Fulda-Lehnerz folgte ein 1:0 beim FSV Frankfurt. Am vergangenen Wochenende erkämpften sich die Blauen zudem ein 2:2 beim Spitzenreiter aus Freiberg. Zweimal geriet Stuttgart dabei in Rückstand. David Stojak rettete seiner Mannschaft in der 89. Minute noch einen Punkt.
Auch die Heimbilanz macht deutlich, was den OFC erwartet. Zum Saisonauftakt besiegten die Stuttgarter den Drittliga-Absteiger SSV Ulm vor ausverkauftem Haus mit 4:2. Die Waldau kann vor allem unter Flutlicht eine besondere Wucht entwickeln.
Das Duell hält regelmäßig, was es verspricht
Schon der Name der Begegnung weckt Erinnerungen an höherklassige Zeiten. Beide Vereine verfügen über eine große Anhängerschaft und formulieren seit Jahren ambitionierte Ziele. Entsprechend emotional verliefen auch die jüngsten Aufeinandertreffen.
In der vergangenen Saison gewann Offenbach das Hinspiel in Stuttgart mit 2:1. Kristjan Arh Cesen erzielte damals kurz vor dem Ende den entscheidenden Treffer. Das Rückspiel am Bieberer Berg endete torlos. Mehr als 7.400 Zuschauer verfolgten die Partie.
Nun stehen sich die beiden Kickers-Klubs erneut in einer sportlich hochbrisanten Situation gegenüber. Es ist zwar erst der zehnte Spieltag, doch die Punkte auf der Waldau könnten im späteren Aufstiegsrennen noch erhebliches Gewicht bekommen.
Alles ist angerichtet für einen großen Regionalliga-Abend: Zweiter gegen Dritter, nur zwei Punkte Abstand und die Tabellenführung in Reichweite. Mehr Topspiel geht an diesem Wochenende kaum.
