Der SSV Ulm 1846 setzt im Kampf gegen den nächsten sportlichen Absturz auf Erfahrung und klare Zuständigkeiten.
Alois Schwartz übernimmt bei den Spatzen nicht nur das Amt des Cheftrainers, sondern zugleich die sportliche Leitung. Der 59-Jährige trägt damit die Verantwortung für die tägliche Arbeit mit der Mannschaft und die übergeordnete sportliche Ausrichtung.
Schwartz leitete am Dienstag erstmals das Training und wurde anschließend im Donaustadion vorgestellt. Die Ulmer bündeln mit seiner Verpflichtung zwei zentrale Aufgaben in einer Person. Nach den unruhigen vergangenen Monaten soll die neue Struktur vor allem für schnellere Entscheidungen und eine klare Linie sorgen.
Die sportliche Lage lässt wenig Zeit für eine längere Eingewöhnung. Der SSV wartet nach zehn Spielen in der Regionalliga Südwest weiterhin auf den ersten Saisonsieg. Fünf Unentschieden stehen ebenso vielen Niederlagen gegenüber. Mit fünf Punkten und einem Torverhältnis von 13:21 belegen die Ulmer den letzten Tabellenplatz.
Ende September hatte der Verein auf den schwachen Saisonstart reagiert und sich von Cheftrainer Daniel Jungwirth, dessen Assistenten Martin Minks sowie Sportdirektor Murat Isik getrennt. Zu diesem Zeitpunkt hatte die Mannschaft aus neun Begegnungen lediglich vier Punkte geholt. U19-Trainer Timo Wenzel übernahm vorübergehend und erreichte zuletzt ein 2:2 beim KSV Hessen Kassel.
Nun soll Schwartz den freien Fall stoppen. Der gebürtige Nürtinger bringt die Erfahrung aus rund 600 Spielen als Trainer mit. Nach Angaben des SSV Ulm betreute er Mannschaften in 229 Zweitliga-, 119 Drittliga- und 164 Regionalligapartien. Zu seinen Stationen gehörten unter anderem der SV Sandhausen, der Karlsruher SC, der 1. FC Nürnberg, Hansa Rostock und der 1. FC Saarbrücken. Zuletzt arbeitete er für Preußen Münster.
Seinen größten Erfolg als Cheftrainer feierte Schwartz 2019, als er den Karlsruher SC zurück in die 2. Bundesliga führte. Ulm ist für ihn ebenfalls kein unbekanntes Pflaster. Bereits Ende der 1990er-Jahre stand er als Spieler beim SSV unter Vertrag. Jetzt kehrt er in einer der schwierigsten Phasen der jüngeren Vereinsgeschichte an die Donau zurück.
Bei seiner Vorstellung machte Schwartz deutlich, worauf es zunächst ankommt: Disziplin, Teamgeist und Siegeswille. Schönspielerei steht angesichts des Tabellenplatzes nicht an erster Stelle. Die Mannschaft müsse wieder Vertrauen in die eigenen Fähigkeiten entwickeln und bereit sein, im Training wie im Spiel an ihre Grenzen zu gehen. Seine deutliche Botschaft: Die Spieler werden sich „warm anziehen müssen“.
Der Druck in Ulm ist enorm. Noch 2024 gelang der Durchmarsch aus der Regionalliga bis in die 2. Bundesliga. Danach folgten zwei Abstiege nacheinander. Nun droht dem Verein innerhalb kürzester Zeit der Sturz von der zweithöchsten Spielklasse bis in die Oberliga.
Die erste Gelegenheit zur Trendwende erhält Schwartz am Samstag, 10. Oktober. Um 14 Uhr empfängt der SSV Ulm die zweite Mannschaft von Eintracht Frankfurt. Anschließend folgen Begegnungen mit Mainz 05 II und dem FC 08 Homburg.
SSV Ulm 1846 Fußball
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Schwartz übernimmt damit keinen gewöhnlichen Trainerposten. Er soll gleichzeitig Punkte sammeln, die Mannschaft stabilisieren und die sportlichen Strukturen neu ordnen. Viel Zeit bleibt ihm dafür nicht. Schon gegen Frankfurt muss sichtbar werden, ob der Trainerwechsel neue Energie freisetzt.
